27 Kilo weniger. Und die Freude am Essen ist geblieben.
Über meine Ernährungsumstellung, die Angst vor dem Danach, Kartoffeln aus dem Airfryer und warum wir uns an einem Sonntag im November zum Kochen verabreden.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich angefangen, mein Leben zu verändern. Damals wog ich 95 Kilo. Heute sind es 68.
27 Kilo liegen dazwischen. Und ziemlich viele Erfahrungen, Erkenntnisse und Veränderungen, mit denen ich so vermutlich selbst nicht gerechnet hätte.
Ich fühle mich heute fitter, beweglicher und körperlich belastbarer. Ich habe wieder Freude daran, meinen Körper zu fordern, und genieße es, dass mir viele Dinge im Alltag inzwischen leichter fallen. Natürlich freue ich mich auch darüber, dass mir meine Kleidung wieder anders passt und ich mich im Spiegel gerne anschaue. Das gehört genauso dazu.
Aber während die Zahl auf der Waage immer kleiner wurde, gab es einen Gedanken, der mich über Monate begleitet hat.
Was passiert eigentlich, wenn ich irgendwann gar nicht mehr abnehmen möchte?
Ich hatte tatsächlich ziemlich großen Respekt vor diesem Moment. Vielleicht sogar ein bisschen Angst.
Denn abzunehmen ist das eine. Aber wie geht es danach weiter? Muss ich dann für immer aufpassen? Muss ich ständig Kalorien zählen, mein Essen kontrollieren und mir überlegen, ob ich mir dieses oder jenes jetzt erlauben darf?
Ich wollte auf gar keinen Fall irgendwann an einem Punkt ankommen, an dem ich zwar mein Wunschgewicht erreicht habe, aber die Leichtigkeit im Umgang mit dem Essen verloren gegangen ist.
Denn dafür esse ich einfach viel zu gerne.
Ich wollte mein Leben verändern. Nicht meine Freude daran verlieren.
Wer mich schon länger auf Instagram begleitet, weiß, dass Essen bei mir nie nur Mittel zum Zweck war.
Ich liebe gutes Essen. Ich gehe gerne in Restaurants, mag ein schönes Glas Wein, esse Schokolade und freue mich über ein richtig gutes Stück Kuchen. Und ich habe auch überhaupt keine Lust, mich dafür ständig erklären zu müssen.
Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten weder Zucker noch Kohlenhydrate aus meinem Leben gestrichen. Ich esse Brot, Nudeln, Kartoffeln und all die Dinge, die manchmal so dargestellt werden, als müsste man sie möglichst weit von seinem Teller fernhalten.
Natürlich habe ich einiges verändert. Sonst hätte sich vermutlich auch nicht so viel getan.
Aber ich habe nicht angefangen, Lebensmittel in gut und schlecht einzuteilen.
Ich habe angefangen, sie besser kennenzulernen.
Und das war für mich tatsächlich eine der interessantesten Entwicklungen dieser ganzen Reise.
Ich habe mich damit beschäftigt, warum mich manche Mahlzeiten lange satt halten und andere nicht. Warum eine große Portion Essen nicht zwangsläufig besonders viele Kalorien haben muss. Welche Rolle Protein spielt, wie ich meine Mahlzeiten sinnvoll zusammenstellen kann und wie schnell sich Kalorien manchmal summieren, ohne dass man es überhaupt bemerkt.
Das klingt jetzt vielleicht nach ziemlich viel Ernährungswissenschaft. Ist es in meinem Alltag aber überhaupt nicht.
Ich habe einfach angefangen, genauer hinzuschauen.
Und irgendwann wurde aus dem bewussten Nachdenken darüber eine gewisse Selbstverständlichkeit.
Neulich hatte ich beispielsweise wieder so einen Tag. Ich hatte Kartoffeln gegessen, Rosenkohl und noch einige andere Dinge über den Tag verteilt. Abends saß ich da und hatte das Gefühl, unglaublich viel gegessen zu haben.
Ich war richtig satt. Nicht ein bisschen. Sondern so, dass ich überhaupt nichts mehr brauchte.
Und trotzdem war das, was ich gegessen hatte, insgesamt gar nicht besonders kalorienreich.
Früher hätte ich das vermutlich völlig anders eingeschätzt.
Heute weiß ich, dass Kartoffeln beispielsweise wunderbar in eine kalorienbewusste Ernährung passen können. Dass die Zubereitung einen Unterschied macht. Dass Gemüse nicht nur irgendeine Beilage sein muss und dass eine gute Kombination aus verschiedenen Lebensmitteln oft viel entscheidender ist als die Frage, ob ich mir jetzt ein bestimmtes Lebensmittel verbiete.
Und nein, das bedeutet nicht, dass ich seitdem ausschließlich Kartoffeln und Rosenkohl esse. Um Himmels willen.
Aber es bedeutet, dass ich heute viel besser verstehe, was auf meinem Teller liegt.
Und das gibt mir eine Freiheit, die ich vorher in dieser Form nicht hatte.
Meine Küche ist übrigens alles andere als eine Kochshow.
Vielleicht muss ich an dieser Stelle etwas gestehen.
Ich bin keine besonders leidenschaftliche Köchin.
Ich esse wahnsinnig gerne, aber ich stehe nicht wahnsinnig gerne stundenlang in der Küche. Das sind für mich zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Dazu kommt, dass ich allein lebe. Und ganz unter uns: Für eine Person jeden Tag aufwendig zu kochen, finde ich manchmal ziemlich nervig.
Man kauft ein, bereitet alles vor, schnippelt, kocht und räumt anschließend die Küche wieder auf. Und am Ende sitzt man allein vor seinem Teller.
Deshalb habe ich mir über die Zeit meine eigenen kleinen Routinen geschaffen.
Mein Airfryer ist dabei inzwischen fast so etwas wie ein zusätzliches Familienmitglied geworden. Da landen Kartoffeln drin, Gemüse, manchmal eine Proteinquelle und alles Mögliche, was sich ohne großen Aufwand zubereiten lässt.
Ich habe Lebensmittel zu Hause, die ich immer wieder unterschiedlich kombinieren kann. Ich verwende auch fertige Produkte, wenn sie gut in meinen Alltag passen. Und ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen dabei, mir die Arbeit zu erleichtern.
Warum auch?
Ich finde, wir haben alle genug zu tun. Arbeit, Familie, Termine, Verpflichtungen und all die kleinen Dinge, die jeden Tag erledigt werden wollen.
Da muss doch nicht auch noch das Abendessen zu einer zusätzlichen Herausforderung werden.
Und trotzdem möchte ich gut essen. Ich möchte satt werden, etwas Leckeres auf dem Teller haben und mich mit meiner Ernährung wohlfühlen.
Ich möchte nicht meinen Alltag um meine Ernährung herum organisieren. Ich möchte, dass meine Ernährung zu meinem Alltag passt.
Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte.
Und vielleicht ist es auch das, was ich in den vergangenen zwölf Monaten am meisten gelernt habe.
Dass man nicht alles komplizierter machen muss, als es ist.
Dass man sich nicht ständig etwas verbieten muss.
Und dass gutes Essen auch dann möglich ist, wenn man weder eine besonders talentierte Köchin ist noch jeden Tag eine Stunde Zeit dafür hat.
Und irgendwann entstand die Idee, das alles miteinander zu teilen.
Als wir angefangen haben, über Food & Friends nachzudenken, hatte ich eigentlich ein ziemlich einfaches Bild im Kopf.
Ein Sonntag im November.
Draußen ist es früh dunkel, vielleicht regnet es, vielleicht ist es einfach nur ungemütlich. Drinnen brennt eine Kerze, vielleicht steht ein Glas Wein auf dem Tisch und in der Küche wird geschnippelt, gelacht und gequatscht.
Nicht jeder für sich, sondern gemeinsam.
Vielleicht steht eine ganze Familie in der Küche. Vielleicht zwei Freundinnen. Vielleicht jemand, der wie ich allein lebt und einfach Lust hat, den Sonntagabend mit netten Menschen zu verbringen.
Und während wir miteinander kochen, entsteht ganz nebenbei etwas Leckeres, das wir anschließend essen können.
Genau deshalb haben wir uns auch für Sonntag um 17 Uhr entschieden.
Weil das für viele Menschen ohnehin die Zeit ist, in der langsam ans Abendessen gedacht wird. Und weil ein gemeinsamer Kochabend vielleicht sogar eine schöne Möglichkeit ist, Zeit mit der Familie zu verbringen, statt sich dafür noch einen zusätzlichen Termin in den Kalender zu schreiben.
Ein Online-Ticket gilt deshalb auch für den gesamten Haushalt.
Ob ihr allein, zu zweit oder mit fünf Menschen in eurer Küche steht, ist völlig egal.
Hauptsache, ihr habt Freude daran.
Als wir Food & Friends zum ersten Mal vorgestellt haben, stand der gemeinsame Kochabend mit einem professionellen Koch noch stärker im Mittelpunkt.
Und dann kamen die ersten Rückmeldungen.
Einige schrieben, dass sie überhaupt nicht kochen können. Andere, dass sie gar nicht so gerne kochen. Wieder andere dachten, sie müssten für den Abend extra nach Erfurt fahren, obwohl wir hauptsächlich online miteinander kochen wollen.
Und manche haben ganz direkt geschrieben, dass sie eigentlich viel lieber mit mir kochen würden.
Ich musste darüber ein bisschen nachdenken.
Denn ausgerechnet die Menschen, die sagen, dass sie nicht besonders gerne kochen, keine Zeit dafür haben oder nur ein paar gute Tipps brauchen, sind doch diejenigen, denen ich aus meinem eigenen Alltag vielleicht am meisten erzählen kann.
Also haben wir die Idee noch einmal aufgegriffen und ein bisschen verändert.
Nicht, weil wir plötzlich etwas völlig anderes machen möchten.
Sondern weil mir klar geworden ist, dass ich euch an diesem Abend gerne noch ein bisschen mehr mitgeben möchte als ein schönes Rezept.
Ich möchte euch zeigen, wie ich heute esse.
Wie ich einkaufe, welche Lebensmittel bei mir regelmäßig im Kühlschrank stehen, warum ich bestimmte Dinge miteinander kombiniere und welche kleinen Erkenntnisse mir in den vergangenen Monaten geholfen haben.
Ich werde deshalb einen Korb mit Lebensmitteln mitbringen, die ich tatsächlich zu Hause habe.
Keine besonders ausgefallenen Zutaten. Keine Produkte, die man erst in drei verschiedenen Geschäften suchen muss.
Sondern ganz normale Dinge.
Und wir werden darüber sprechen, wie man daraus etwas macht, das schmeckt, gut sättigt und sich auch in einen stressigen Alltag integrieren lässt.
Dabei geht es natürlich um Protein, Kohlenhydrate, Portionsgrößen und Kalorien. Aber nicht in Form eines Ernährungsseminars.
Ich bin keine Ernährungsberaterin und möchte auch keine sein.
Ich möchte einfach meine Erfahrungen mit euch teilen. Das, was ich gelernt habe, was für mich funktioniert und was mir heute hilft, meine Ernährung entspannter zu gestalten.
Und weil ich selbst noch lange nicht alles weiß, habe ich jemanden an meiner Seite, der sich mit dem Kochen tatsächlich richtig gut auskennt.
Profikoch Frank Knöchel wird mein kulinarischer Sidekick.
Frank zeigt uns kleine Tricks, die in einer professionellen Küche selbstverständlich sind, die wir zu Hause aber vielleicht noch gar nicht kennen.
Wie bekommt man Hähnchen besonders saftig? Wie wird Gemüse richtig lecker? Welche Handgriffe machen einen Unterschied? Und wo kann man sich die Arbeit sparen, ohne dass das Ergebnis darunter leidet?
Ich freue mich selbst darauf, von ihm etwas zu lernen.
Denn ich finde, genau das macht die Kombination so schön.
Ich bringe meine Alltagserfahrungen mit. Frank sein Wissen als Koch. Und gemeinsam machen wir etwas daraus, das wir anschließend hoffentlich alle zu Hause gebrauchen können.
Natürlich werden wir auch kochen.
Ein unkompliziertes, winterliches Abendessen, das sich nach den eigenen Vorlieben anpassen lässt. Mit Fleisch oder Fisch, vegetarisch oder vegan und mit passenden laktosefreien Alternativen.
Und weil für mich zu einem schönen Essen auch etwas Süßes gehören darf, gibt es noch einen einfachen, proteinbetonten Nachtisch.
Was genau wir zubereiten, bleibt noch eine kleine Überraschung. Die Einkaufsliste und die Rezepte bekommt natürlich jeder rechtzeitig vorher.
Wir werden live aus dem Küchenstudio von Sina bei Better Living in der Nähe von Erfurt senden.
Mein Sohn Luca ist dabei, Frank natürlich, Sina und ein paar unserer Freunde. Wir stehen gemeinsam in der Küche, während ihr euch von zu Hause dazuschaltet. Und wer einen der wenigen Plätze vor Ort ergattert hat, ist direkt bei uns.
Ich wünsche mir, dass wir miteinander lachen, uns austauschen, Fragen stellen und einfach eine gute Zeit haben.
Vielleicht klappt beim Kochen auch mal etwas nicht auf Anhieb.
Na und?
Das gehört doch dazu.
Am Ende soll ein leckeres Abendessen auf dem Tisch stehen, vielleicht sogar noch etwas für die Mittagspause am Montag übrig bleiben und jeder ein paar neue Ideen mitnehmen.
Und vor allem möchte ich, dass sich niemand an diesem Abend Gedanken darüber machen muss, ob er gut genug kochen kann.
Darum geht es nämlich überhaupt nicht.
Vielleicht ist genau das meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Jahr.
Ich habe 27 Kilo abgenommen. Mein Leben hat sich dadurch in vielerlei Hinsicht verändert, und ich bin unglaublich froh darüber.
Aber ich möchte nicht, dass mein Gewicht dauerhaft darüber entscheidet, wie ich mein Leben gestalte.
Ich möchte mich weiterhin bewegen, meine Kraft erhalten, gesund bleiben und gut essen.
Ich möchte mit Freunden in Restaurants sitzen, ein Glas Wein trinken, Kuchen essen und mich nicht bei jeder Gelegenheit fragen müssen, ob ich mir das jetzt erlauben darf.
Und ich möchte an einem ganz gewöhnlichen Dienstagabend ein paar Kartoffeln in meinen Airfryer werfen können, ohne das Gefühl zu haben, dass mein Essen besonders ausgefallen sein müsste.
Ich weiß, dass meine Erfahrungen nicht für jeden Menschen gleichermaßen funktionieren. Und natürlich ist meine Gewichtsabnahme nicht allein das Ergebnis einiger guter Küchentricks.
Aber ich habe in diesem Jahr einiges gelernt, das mir meinen Alltag leichter macht.
Und vielleicht ist ja das eine oder andere dabei, das auch euch hilft.
Genau das ist mein Wunsch für Food & Friends.
Dass wir uns an einem dunklen Novemberabend ein bisschen Zeit füreinander nehmen.
Dass wir gemeinsam etwas kochen, voneinander lernen, lachen und anschließend etwas Gutes essen.
Ohne Perfektionsanspruch. Ohne Verbote. Ohne das Gefühl, dass wir irgendetwas leisten müssen.
Einfach ein schöner Abend miteinander.
Ich freue mich auf euch.
Andrea ❤️





